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Das wilde Korsika

Abenteuer-Wandern auf dem GR 20 Teil II - Der große Durst

Veröffentlicht am 27.11.2015

Nach meiner ersten Reise nach Korsika dachte ich noch oft an die ungestüme Insel und ihre Berge. Ich fing an zu studieren, machte einen Bachelor, viele, viele Praktika und studierte dann weiter zum Master. Nach fünf Jahren Studium hatte ich nach einem Auslandssemester und vor meiner Master-Abschluss-Arbeit endlich frei verfügbare Zeit. Ein perfekter Zeitpunkt noch einmal den GR 20 zu begehen.

Da ich dieses Mal mit meinem Freund nach Korsika aufbrechen wollte und er keine Ahnung von halb-alpinen Wanderungen hatte, musste ich die Planung übernehmen - obwohl ich selbst kein Experte war. Wieder planten wir die Reise und Wanderung mit Selbstverpflegung, ohne Zelt, nur mit Trekking-Luftmatratze, Schlaf- und Biwaksack. Die Trillerpfeife und die Schnürsenkel kamen auch wieder mit ins Gepäck. Dieses Mal wusste ich, dass es eine Katastrophe sein kann, wenn man auf einer Wegstrecke hängen bleibt, weil der Schnürsenkel reißt. Ich kannte auch die Schattenseite der rauen Berge, wenn etwa dunkle Wolken und schlechtes Wetter aufziehen. Die Trillerpfeife packe ich jedes Mal ein und hoffe, dass ich sie nicht brauchen werde. Meine Schwester erklärte mir bei der letzten Wanderung, warum sie ins Gepäck gehört: Verunglückt man an einer abgelegenen Stelle am Berg, ist es schwer die ganze Zeit bis jemand kommt, nach Hilfe zu rufen. Pfeifen mit der Trillerpfeife geht aber immer - solange man bei Bewusstsein ist.

Mein Freund war trotz meiner vehementen und zahlreichen Mahnungen, er solle sich Wanderschuhe kaufen, nicht der Meinung, dass er welche bräuchte. Er dachte wohl wie ich vor meiner letzten Wanderung, dass das bisschen Berg nicht so schlimm sein könne. Zumindest war er sich sicher, dass er von seinen Laufschuhen keine Blasen bekommen würde. Nahhh gut.

Im August 2012 brachen wir auf. Da unser Flug ziemlich spät ging, übernachteten wir in Bastia, im Hotel Napoleon. Napoleone Buonaparte, so sein ursprünglich italienischer Name, ist der berühmteste Korse, viele Dinge dort sind nach ihm benannt. (Wer ein bisschen Geschichts-Interessiert ist: Napoleons Kindheit und Jugend) Beim Auschecken im Hotel mahnte uns die Dame am Empfang, wir sollten auf keinen Fall in den Berg-Hütten schlafen, dort gebe es - sie machte es mit den Fingern vor, weil wir das Wort auf Französisch nicht kannten - kleine Krabbeltiere! Gerade bei meinem stets auf strenge Hygiene bedachten Freund löste dieses Bild der Dame an der Rezeption große Sorge aus. Ich muss zugeben, auch ich dachte von da an immer wieder an Bettwanzen, wenn ich die Refuges, also die Berg-Hütten, sah.

Nach dem wir das Hotel verlassen hatten, fuhren wir mit der etwas neueren, aber doch noch ganz schön alten, Bahn in Richtung Calenzana. Start unserer Wanderung sollte dieses Mal der Norden sein. In meinem deutschen Reiseführer standen zwei Möglichkeiten, an den Startpunkt der Wanderung zu gelangen. Ich entschied mich für die Falsche. Wir sind nicht bis zum Bahnhof nach Calvi gefahren, von dem aus Busse nach Calenzana fahren, sondern wir stiegen ein paar Haltestellen früher aus. Man sollte auch bei vermeintlich kurzen Strecken, von nur sieben Kilometern Länge, niemals die äußeren Umstände außer Acht lassen. Bei brütender Sommerhitze mit 13 Kilo Gepäck auf dem Rücken liefen wir auf einer nahezu schattenlosen Straße in Richtung Calenzana. Uns rann der Schweiß am Körper herunter, wie in der Sauna. Als wir endlich angekommen waren, fanden wir zuerst den Einstieg zum GR 20 nicht, waren spät dran und mit unseren Kräften relativ am Ende. Kein guter Start. Mein Freund wollte nach dem zweiten Tag aber endlich mit dem Wandern loslegen. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil wir wegen mir an der falschen Haltestelle ausgestiegen waren und so ließ ich mich überreden, noch an diesem späten Nachmittag zur ersten Etappe aufzubrechen. Wir liefen eine Weile bergauf, bis wir eine Stelle nahe dem Wanderweg fanden, wo wir übernachten konnten. Leider gab es dort kein Wasser, also sparten wir damit, wo wir konnten und legten uns schlafen.

Am nächsten Morgen wachte ich durch seltsame Geräusche auf. So ein Knacken und Rascheln, ich meine auch ein leises Grunzen gehört zu haben. Mein Freund schlief noch und ahnte nichts von den frei laufenden Tieren auf Korsika. Ich weckte ihn. Da aber plötzlich keine Geräusche mehr zu hören waren, glaubte er mir nicht. Doch einmal wach, packten wir unsere Sachen und brachen nach einem klitze-kleinen Frühstück auf.

Auf GR 20 Routen mit näherer Anbindung zu Straßen oder Dörfern sind immer viele Wanderer mit leichtem Gepäck unterwegs. So auch auf dieser ersten Etappe des GR 20. Bald aber zweigten die leichteren Wanderwege ab und es wurde ruhiger. Die nördlichen Touren des GR 20 von Calenzana nach Vizzavona gelten als die schwierigeren Etappen. Es geht sehr steil bergauf und -ab. Am ersten Tag mussten wir sechs Stunden stramm bergauf gehen, 1360 Meter hoch. Auf dem Weg nach oben machten wir uns ein bisschen Sorgen, ob wir genug Wasser dabei hatten. Doch wir hielten oft an, da wir die überwältigende Aussicht in vielen Bildern festhalten wollten. Besonders diese ersten Etappen des GR 20 sind unglaublich schön. Von hoch oben kann man bei einem Blick zurück noch lange das Meer und die Nord-West-Küste Korsikas sehen.

Doch diese erste Etappe zog sich lang und länger und unsere Wasservorräte sanken genauso schnell wie unsere Kraft. Je länger wir unterwegs waren, desto mehr wuchs unsere Angst, ob das Wasser und unsere Kraft bis zum Ziel noch reichen würden. Auf einer kleinen Anhöhe unter einem urigen Baum machten wir eine Pause. Wir waren schon über sechs Stunden unterwegs und konnten kaum einschätzen wie lange es noch dauern würde, die erste Berghütte und damit frisches Wasser zu erreichen. An diesem Punkt hatte ich zum ersten Mal auf Korsika und dem GR 20 richtig Todesangst. Glücklicherweise trafen wir auf dieser Anhöhe eine Gruppe französischer Wanderer, die wir schon tags zuvor im Zug kennen gelernt hatten. Wir erzählten ihnen von unseren knappen Wasservorräten, woraufhin uns einer von ihnen etwas von seinem Wasser abgab. Sie erzählten uns, dass wir noch etwa eine Stunde Weg vor uns hätten.

Auf dem GR 20 kann man Entfernungen mit bloßem Auge schwer einschätzen. Dieses Phänomen plagte uns bei diesen Nord-Etappen immer wieder. Selbst wenn man das Ziel, die nächste Berghütte, schon sehen kann, dauert es manchmal noch Stunden, bis man sie erreicht. So ging es uns auch auf dieser Etappe. Die Hütte fest im Blick, wanderten wir noch eine weitere Stunde bis wir endlich ankamen. Völlig entkräftet von der langen Tour stürzten wir uns auf das sprudelnde Quellwasser. Trotz unserer späten Ankunft - auch hier oben gilt: wer zuerst kommt, schnappt sich die besten Campingstellen - fanden wir ein schönes geschütztes Plätzchen für unsere Übernachtung. Wir kochten uns mit dem Gaskocher unsere Tütensuppen, tranken viel Tee, Trinkschokolade und Wasser und legten uns schlafen. Millionen Sterne am Himmel glitzerten uns in den Schlaf.

Mit reichlich Wasser im Gepäck starteten wir am nächsten Morgen in die nächste Etappe. Wieder stand uns eine sehr anstrengende Bergwanderung mit knapp 700 Metern Aufstieg, 1.000 Metern Abstieg und knapp acht Stunden reine Wanderzeit bevor. Im ersten Drittel der Tour gab es die einzige Quelle auf dieser Etappe. Sie war ein kleines Rinnsal und wir brauchten gefühlt Stunden, um unsere Wasservorräte aufzufüllen. Doch trotz der enormen Anstrengung und der Trockenheit waren wir von der Schönheit und Aussicht überwältigt. Der Weg war abwechslungsreich, schön und teilweise sogar gefährlich, was den Reiz der Tour noch verbesserte.

Am Ziel angekommen, Berghütte Refuge de Carrozzu, begegnete uns ein weiteres GR 20 Phänomen: Es gibt einige Berghütten, die recht leicht durch Tagestouren von Bergdörfern oder nahegelegene Bergstraßen zu erreichen sind. Dort herrscht ein unangenehmes Gedränge. Viele Berg-Touristen mit leichtem Gepäck steuern diese Hütten an, trinken sehr viel Bier, essen das Hütten-Menü und nehmen viel Platz ein. Ein bisschen kann man sie wohl mit Engländern oder Deutschen am Ballermann sechs auf Mallorca vergleichen - nur ein bisschen sportlicher vor dem großen Saufgelage. GR 20 Wanderer, die meist sehr viel später und erschöpfter ankommen, finden dank dieser Tagesausflügler kaum ein Platz für ihre Unterkunft. So erging es auch uns, nach dieser mörderischen Wanderetappe, wir kamen erst an als es fast schon dämmerte. Lange suchten wir nach einem Platz und mussten dann auch noch aufpassen, dass wir nicht in die vielen Freilicht-Klo-Hinterlassenschaften traten. Es war frustrierend.

Am nächsten Morgen wollten wir schnell weg von den Komfort-Touristen und starteten recht früh die nächste Etappe. Kurz nach der Hütte überquerten wir die berühmte Hängebrücke, Passerelle de Spasimata, das Ziel der vielen Tagestouristen. Der Reiseführer warnt davor genau auf die Markierungen zu achten, da die wahnsinnig vielen Trittspuren der Touristen in die Irre führen. Kaum hatten wir die Hängebrücke eine halbe Stunde hinter uns, waren wir wieder weitgehend alleine. Auch diese Etappe war wunderschön - diese Landschaftsbilder brennen sich für immer in die Seele. Mein Freund bereute aber, dass er keine Trekking-Schuhe mitgenommen hatte, weil er auf dem losen Geröll immer wieder abrutschte. Doch er jammerte nicht, sondern versuchte, so gut wie möglich weiterzukommen. Das sind wichtige Fähigkeiten auf dem GR 20: improvisieren, nicht jammern und das Beste draus machen. Denn auf den langen und sehr unterschiedlichen Touren von Nord nach Süd sind die Anforderungen so verschieden, dass man kaum an alles denken und sich vorbereiten kann.

Wir kamen an einem malerischen Bergsee vorbei, genossen den Ausblick und kamen dann zu einem mörderischen Abstieg. Wieder war es so, dass wir die Hütte von hoch oben sehen konnten, doch über zwei Stunden brauchten, um sie zu erreichen. Wir machten gefühlte Hundert Pausen, weil ich einfach nicht mehr konnte. Das karge Essen und die vielen Kilometer in den Beinen zeigten Wirkung. Die Salami, die mein Freund noch in der Stadt gekauft hatte, gab mir die Kraft immer wieder aufzustehen und weiterzugehen. Schon auf dem langen Weg nach unten, sagten wir uns, dass wir diese Nacht zur Belohnung in dem Hotel übernachten würden, statt auf dem Zeltplatz. Ein richtiges Bett und eine warme saubere Dusche, die wir uns nur zu zweit teilen müssten, waren einfach zu verlockend. Am Ende jeder Etappe gibt es bei den Berghütten zwar Duschen, doch die haben sehr oft nur kaltes Wasser, sind nicht so zahlreich und werden von vielen, vielen Bergwanderern benutzt.

Nach der lang ersehnten heißen Dusche gönnten wir uns am Abend im Hotel ein leckeres Hotel-Essen und lernten einen Solo-Wanderer kennen. Der ältere Franzose erzählte uns auf Englisch, dass er die ersten beiden Etappen an einem Tag genommen hatte, doch dieses Hotel schöner sei als die anderen Unterkünfte und er deswegen heute nur eine Etappe gemacht hätte. Wir waren verblüfft. Die ersten zwei Mörder-Etappen an einem Tag? Er erzählte weiter, dass er zwischendurch ein Bad in dem schönen Bergsee genommen hätte, ob wir das auch gemacht hätten. Wir erklärten ihm, dass in unserem Reiseführer stünde, dass das verboten sei und wir es deswegen nicht getan hätten. Da lachte er nur und sagte "typisch die Deutschen, halten sich immer an Regeln". Er schenkte uns seinen restlichen Wein und verschwand.

Nach dem Essen entdeckten wir im Hotel die Gemeinschaftsunterkünfte. Dort gab es auch Waschmaschinen. Vier Highlights an einem Tag: Warme Dusche, richtiges Bett, Drei-Gänge-Menü und unsere Wäsche richtig mal durchwaschen lassen! Es ist auf dem GR 20 normalerweise üblich, seine Wäsche mit der Hand, meist mit eiskaltem Bergwasser, zu waschen. Während unsere Wäsche durch die Waschmaschine geschleudert wurde, entschieden wir uns, die nächste Etappe zu überspringen. Sie hörte sich in der Beschreibung des Wanderführers sehr anstrengend und gefährlich an. Wir würden den Bus in ein kleines Bergdörfchen nehmen und von dort aus einen der vielen Zustiege zum GR 20 nutzen.

Am nächsten Tag erreichten wir das Bergdörfchen Albertacce wie geplant mit dem Bus, richteten uns in einer Art Jugendherberge ein und genossen den wanderfreien Tag. Wir gönnten uns noch einmal ein leckeres und üppiges, korsisches Drei-Gänge-Menü und lernten in der Herberge einen Argentinier kennen, der in Italien lebte, einmal in Deutschland gearbeitet hatte und nun auf der französischen Insel Korsika wanderte. Wieder so eine Besonderheit des GR: Man lernt Leute aus der ganzen Welt kennen. Manche sind Abenteurer, manche Manager, Lehrer, einfache Arbeiter oder auch einfach nur Freaks. Und doch fühlt man sich durch die Strapazen, die alle auf dem GR 20 erleben, irgendwie mit ihnen verbunden.

Am nächsten Tag starteten wir die Zustieg-Etappe zum GR 20. Sie sollte laut Führer nicht so anstrengend sein. Doch die Sommerhitze ist auf einer niedrigeren Höhe von 860 Metern nicht zu unterschätzen. Der Aufstieg zum GR 20 machte selbst diese vermeintlich leichte Etappe zu einer harten Tour. Vielleicht waren es aber auch nur die Strapazen der letzten Tage, so genau weiß man das nie. Je näher wir dem nächsten Etappenziel kamen, wo es neben einem eingezäunten Zeltplatz auch einen Skilift, ein Hotel und eine große Straße gab, kamen uns immer mehr Tagestouristen entgegen. Sie wollten entweder in den Bergfluss-Gumpen baden oder eine der Bergeries besuchen, wo es den berühmten Korsischen Bergkäse direkt vom Erzeuger gab. Wir als halb verwilderte Langstreckenwanderer fühlten uns unter all den gut duftenden Tagestouristen ohne Gepäck irgendwie fehl am Platze. Wir gingen an den planschenden Jugendlichen vorbei und gönnten uns nur eine kurze Pause an einer Bergerie, um ein Omlette mit Bergkäse zu verdrücken.

Auf dem Zeltplatz direkt neben dem Hotel angekommen, suchten wir uns ein schönes Plätzen zwischen ein paar Bäumen und richteten unser Nachlager ein. Wir gingen duschen, wuschen unsere Wäsche und kochten uns ein paar Nudeln. An der Kochstelle des Campingplatzes lachten wir über das Schild "Take care oft he Fox". Wir sollten uns also um den Fuchs kümmern, ha ha. Ein paar Stunden später verging uns das Lachen abrupt. Ein unglaublich frecher Fuchs, kam so nah an mich heran, dass ich ihn hätte berühren können. Meine Überlebenstaktik ist in solchen Situationen immer die gleiche, nicht wegrennen oder hektisch bewegen - sonst könnte das Tier sich erschrecken und mich vor lauter Angst aus Versehen beißen. Allerdings habe ich meine Rechnung ohne den wenig menschenscheuen Fuchs gemacht. Mein Freund konnte ihn nur mit Mühe verscheuchen, obwohl er aufsprang und mit Licht und seinen Armen wild fuchtelte. Seit diesem Tag werden wir das französische Wort für Fuchs - Renard - wohl nicht mehr vergessen. Mein Freund hatte genug vom Abenteuer draußen und ohne Zelt zu übernachten. Der Gedanke, dass sich nachts, wenn man schläft, ein Fuchs über sich und seine Sachen hermacht, hatte auch mich schnell überzeugt. Wir zogen ins Hotel.

Noch in der Nacht beschlossen wir, dass es für uns genug war. Wir würden den Wanderurlaub für dieses Mal abbrechen. Die Wassernot mit den versiegten Quellen, die mörderischen Auf- und Abstiegstouren, die wilden Tiere, die Gemeinschaftsduschen und -toiletten, die schweren Beine - wir waren einfach fertig. Wir wollten uns einfach nicht die ganze Zeit quälen, wie es am Abend zuvor ein Lehrer-Ehepaar aus Deutschland zu uns sagte. "Schmerz muss sein und ist auch gut", sagte der Lehrer und biss in eine Tomate, wie in einen Apfel. Die armen Kinder, die er unterrichtet, tun mir heute noch leid.

Am nächsten Tag warteten wir auf ein Sammeltaxi, das einmal täglich die müden Wanderer in die Zivilisation bringt. Wir staunten über eine große Herde vorbei ziehender Wildschweine. Auch diese "Wildtiere" waren überhaupt nicht wild. Ich konnte ein kleines Wildschwein-Ferkel mit meinen übrig gebliebenen Keksen füttern. Als der Bus dann endlich kam, staunten wir nicht schlecht über einen der Passagiere: Er war ursprünglich mit seinem Kumpel auf dem GR 20 unterwegs gewesen, doch leider hätte der einen Unfall gehabt und sei mit dem Hubschrauber abgeholt worden. Mit dem Hubschrauber! Wir schluckten, als wir hörten, dass der Unfall seines Freundes auf der Etappe passierte, die wir übersprungen hatten. Anscheinend war diese Etappe wirklich so gefährlich, wie sie im Reiseführer beschrieben ist: Teilweise treppenartig und wenn man nicht aufpasst, dann fallen die Steine, die man lostritt auf die Köpfe der nachfolgenden Wanderer. Horror! Der Typ im Sammeltaxi erzählte auch, dass er ziemlich lange bei seinem verletzten Kumpel auf den Hubschrauber warten musste. Und als der Hubschrauber dann endlich da war und seinen Wanderfreund mitgenommen hatte, musste er die ganze restliche Etappe noch alleine laufen. Doppelt Horror! Alleine auf dem gefährlichen Weg weiter, wo der Kumpel schon verunglückte.

So verbrachten wir den Rest unseres Urlaubs in einer Ferienwohnung in Corte, einem kleinen Ort, ziemlich in der Mitte von Korsika. Die Hitze war so brütend, dass wir nur morgens und abends raus gingen, um uns etwas zu essen zu besorgen. Es war herrlich.

Als wir nach einer Woche tiefenentspannt am Flughafen auf unseren Flieger warteten und die ganzen Neuankömmlinge sahen, malten wir uns aus, was die wohl alles erleben würden. Wir, so dachte ich zumindest, wollten jedenfalls nicht wieder so schnell zurück auf die unbeugsame Insel im Mittelmeer. Es hat dann auch nur drei Jahre gedauert, bis 2015. Davon erzähle ich euch beim nächsten Mal!

Mag ich0

Das wilde Korsika

Abenteuer-Wandern auf dem GR 20 Teil I

Veröffentlicht am 28.10.2015

Angefangen hat meine Faszination für Korsikas Berge mit einer E-Mail. Meine Schwester schrieb mir, sie hätte gehört, dass man auf Korsika sehr schön wandern könne. Dass der Weitwanderweg GR 20 einer der schönsten Wanderwege Europas sei. Zwar war meine Begeisterung fürs Wandern etwas verhalten - in der Schule sind wir auf diversen Bergen in Oberfranken gewesen, was ich immer sehr langweilig fand - doch ich hatte vor dem Beginn meines Studiums Zeit und Lust etwas zu unternehmen. Warum also nicht mal den schönsten Wanderweg Europas entdecken?!

Vor der Reise nach Korsika schickte mir meine Schwester eine Liste mit Dingen, die wir noch besorgen mussten: Wanderrucksack, Kopflampe, Lebensmittel, Kocher, Schnürsenkel, Trillerpfeife usw. Da wurde mir zum ersten Mal klar, dass wir uns auf dem Weg selbst versorgen müssten. Manche Sachen fand ich etwas übertrieben (Schnürsenkel-Ersatz) und über andere hatte ich mir keine Gedanken gemacht (Trillerpfeife). Ziel waren nicht mehr als 13 Kilo Gepäck einzustecken, denn schließlich mussten wir dieses Gewicht die ganze Zeit tragen.

Im Spätsommer 2007 ging es dann los. Per Flugzeug nach Genua zu meiner Schwester und dann von dort mit der Fähre nach Bastia. Im August ist es an den Küsten Korsikas sehr warm, oft über 30 Grad und schwül durch die Meeresluft. Doch in den Bergen ist das anders. Auf Korsikas Bergen liegt manchmal noch im Mai Schnee. In einer etwas antiquierten Bahn, die mich an Zugreisen in den 80ern in Deutschland erinnerte, fuhren wir dann von Bastia nach Vizzavona. Dort quert der GR 20 eine Straße und eben die Bahnlinie. Am Bahnhof kauften wir uns noch voller Tatendrang und Vorfreude ein Eis und verließen nun für mehrere Tage die Zivilisation.

Die Sonne schien, der Weg war zwar schmal aber doch befestigt und so liefen wir am ersten Tag schon einmal ein paar Kilometer Richtung Norden, damit wir am nächsten Tag nicht die ganze Etappe vor uns hatten. Und dann begann das erste Abenteuer: Ohne Zelt im Wald übernachten. Ich kann euch sagen, da wird es wirklich sehr dunkel, um nicht zu sagen schwarz oder stockfinster. Und so lag ich dort auf meiner Campingluft-Matratze und starrte ins Schwarz. Egal ob ich die Augen öffnete oder schloss - es war das gleiche. Meine Ohren fühlten sich vor lauter Anspannung ganz heiß an, meine Sinne waren wie elektrisiert, um alles aufzunehmen, was mir meine Augen nicht zeigten. Das Rauschen des nahe gelegenen Baches konnte ich noch identifizieren doch ob das Knistern, Knacken, Knarzen oder Rascheln von Tieren oder von den Bäumen kam, konnte ich nicht sicher sagen. An Schlaf war nicht zu denken. Ich überlegte, wie ich vor Tieren fliehen könnte, ohne etwas zu sehen und wunderte mich über den gesunden Schlaf meiner Schwester, die nach nur kurzer Zeit schon schlief.

















Nach einer kurzen Nacht - ich bin am Ende vermutlich aus Sinneserschöpfung eingeschlafen - kochten wir uns mit dem Bachwasser einen Kaffee, frühstückten drei Kekse und dann ging es los. Im Nachhinein wundere ich mich, warum ich nicht in den Reiseführer geschaut und die Gefahr erkannt hatte. Doch ich war zu unerfahren. Ein Aufstieg von 1200 Metern mit einem anschließenden Abstieg von 700 Metern und eine geschätzte Wanderzeit von sechs Stunden sind wirklich sehr anstrengend. Alleine der Aufstieg dieser ersten Etappe wäre locker auch als einzelne Tages-Etapp durchgegangen. Außerdem hatte ich keinerlei sportliche Vorbereitung. Ich bin zwar öfters Mal mit dem Rad gefahren und Klettern gegangen, doch das war´s auch schon. Mein naiver Gedanke: Man läuft ja nur ein bisschen durch den Wald.

Die dünne Berg-Luft und etwa vier Stunden steil bergauf gehen sind hart. Viele Pausen und eine stark strapazierte Geduld meiner Schwester später hatten wir den Bergkamm erreicht. Weil aber genau zu dieser Zeit eine fiese-fette-dunkle Wolke bedrohlich über den Bergen hing machten wir keine große Mittagspause. Schwarze Wolken und schlechtes Wetter fühlen sich auf 2000 Metern Höhe viel näher und bedrohlicher an. Vor allem, wenn weit und breit nur Steine zu sehen sind und kein Unterschlupf in Sicht ist. Am Abend war ich so erschöpft, ich konnte nichts Essbares bei mir behalten.

Meine Schwester machte sich große Sorgen und überlegte, wie wir wieder zurückkommen könnten ohne diese Etappe noch einmal zurückgehen zu müssen. Denn das Gemeine am GR 20 ist, dass wenn man erst einmal weit abgeschieden in den Bergen ist, führt kaum ein einfacher Weg wieder heraus. Aufgeben ist eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Der Weg weiter nach vorne kann oft besser sein als der Weg zurück. Die Ausstiegstouren vom GR 20 sind oft Tagesmärsche. Nur wenige Male kreuzt der GR 20 eine Straße, von der aus man einfach wieder in die Zivilisation zurückkehren kann. Doch ich dachte nach diesem ersten Tag gar nicht mehr viel. Ich wollte nur noch schlafen, war zu erschöpft. Diese zweite Nacht schlief ich wie ein Stein etwa zehn Stunden durch.

Am nächsten Tag fühlte ich mich gut und auch meine Schwester freute sich, dass ich mich erholt hatte. Wir gingen weiter und wurden belohnt. Der GR 20 führt über unglaubliche Weiten, verschlafene Wege, riesige Berge und Täler, durch die freie Natur, vorbei an urwüchsigen Bäumen und malerischen Bachläufen. Zwar war auch der zweite Tag sehr anstrengend, doch von diesem Zeitpunkt an, war ich infiziert von der wilden korsischen Bergwelt. Nie werde ich diese Gefühle der unmittelbar an Körper und Geist spürbaren Natur der Bergwelt vergessen. Das Glücksgefühl den Berg der Etappe bezwungen zu haben, die Demut abhängig zu sein, von Tages- und Nachtzeiten, Wind und Wetter. Die Erhabenheit der korsischen Berge einzuatmen.

Die nächsten Tage gingen wir Wander-Etappen über Steinberge, die so groß wie Autos waren, kletterten über Anhöhen, sahen nahezu unberührte Bergseen, wanderten auf schmalen Wegen entlang tiefer Abgründe. Nachts bevor ich erschöpft einschlief, sah ich den millionenfach glitzernden Sternenhimmel und lauschte der absoluten Ruhe. Den letzten Tag auf einer Ausstiegsroute nach Corte, einer kleiner Stadt im Zentrum Korsikas, stolperten meine Schwester und ich nur vorwärts. Unsere Beine waren nach den vielen Auf- und Abstiegen der letzten Tage zu erschöpft. Am Ende dieser ersten Korsika-Reise war ich mir sicher: Ich komme wieder!

Mag ich0

Granada - Stadt im Wandel

Veröffentlicht am 18.05.2015

Drei Jahre ist es her, dass ich zusammen mit vielen anderen Studenten aus aller Welt ein Auslandssemester in Granada verbracht habe. Seitdem hat sich nicht nur im Leben vieler ehemaliger Erasmusstudenten etwas getan, auch Granada hat sich sehr verändert. Viele Baustellen sind endlich fertig. So zum Beispiel der Camino de Ronda. Lange war er nur einspurig oder gar nicht befahrbar. Fußgänger konnten nur an bestimmten Stellen über die Straße gehen, da Absperrungen den Übergang verhinderten. Jetzt ist er über die ganze Strecke offen. Das freut vor allem auch die Ladenbesitzer, denn während der Bauphase kamen kaum Menschen in die vielen Geschäfte.

Der Camino de Ronda kreuzte auch lange Zeit eine andere Baustelle: Plaza Albert Einstein. Für die Granainos war nicht nur die Aussprache eine große Prüfung - für Spanier ist es schier unmöglich ein "st" auszusprechen, wollen Sie die Aussprache eines Spaniers testen, lassen Sie ihn "Schriftsteller" sagen - auch die jahrelangen Einschränkungen über den ganzen Platz forderten viel Geduld, Wagemut oder Einfallsreichtum. Denn manch einen konnte man dabei beobachten, wie er über den Zaun kletterte, weil er sich den riesigen Umweg sparen wollte. Jetzt ist der Platz endlich fertig und Autos wie Fußgänger können alle Straßen und Wege benutzten. Irgendwie ist er aber nicht ganz so hübsch geworden, eher ein riesiger Betonklotz. Doch wie ich die Granaions kenne, werden sie in den warmen Sommernächten den Platz belagern und bevölkern, dass gar nicht mehr so viel Beton zu sehen ist.

Ein ganz trauriges Kapitel ist die U-Bahn in Granada. Die Bauarbeiten haben 2007 angefangen und eigentlich sollten 2012 die ersten Züge durch die Stadt und angrenzende Vororte rollen. Doch die Finanzkrise brachte den Bahnbau und damit den halben Verkehr in Granada ins Stocken. Da es in Granada bis dahin keine Schienen und U-Bahnen gab, haben Bauarbeiter die halbe Stadt aufgerissen, umgebaut und untertunnelt. Die Autos und Busse mussten umgeleitet werden, manche Straßen waren über Jahre gesperrt, Wege unpassierbar und dann eben der Baustillstand nach der Finanzkrise. Die halbe Stadt eine stillgelegte Baustelle. Auch jetzt im Frühjahr 2015 habe ich noch keine fahrende Bahn gesehen. Die Bauarbeiten scheinen aber an manchen Stellen weiterzugehen. Das fehlende Geld für die Fertigstellung der Großbaustelle Granada hat eine europäische Bank in einem Darlehen zugesichert. Es gibt aber auch jetzt noch Bauabschnitte, an denen kein Arbeiter zu sehen war. Die Granainos aber sind kreativ, sie nutzen den oberirdischen Schienenweg als Gassi-Strecke für den Hund oder als Fahrradweg. Die Metro-Granada-Webseite meldet währenddessen die ersten Testfahrten. Vielleicht kann die Metro Granada drei Jahre später als geplant noch im laufenden Jahr endlich in Betrieb genommen werden.

Mag ich0

Andalusische Bergdörfer: Lanjaron, Pampaneira, Trevelez und Bubion

Veröffentlicht am 05.03.2015

In den südspanischen Bergen der Alpujarras liegen viele kleine idyllische Dörfer. Lanjaron auf etwa 700 Metern Höhe ist weit über seine Dorfgrenzen durch sein Quellwasser bekannt. Überall im Land kann man das Wasser mit der roten geschwungenen Schrift trinken. Auf der Hauptdorfstraße gibt es fast alle 15 Meter einen schön verzierten Brunnen mit einem anderen Sinnspruch. Das Quellwasser ist wohl auch der Grund für eines der verrücktesten Feste in Lanjaron: Die „Fiesta del Agua“ findet immer zum Namenstag des San Juan im Juni statt. Viele junge Menschen reisen aus nah und fern an, um sich von Kopf bis Fuß mit Wasser zu bespritzen. Egal ob Eimer, Wasserpistolen, Garten- oder Feuerwehrschläuche - alles womit man Wasser werfen, spritzen oder verschütten kann wird genutzt. Nichts bleibt an diesem Tag trocken, wirklich nichts.

Fährt man die Serpentinen etwas höher, auf über 1.000 Meter, liegt das etwas beschaulichere Pampaneira. Etwas abgelegen von den typischen Touristenorten kann man in den Bergen der Alpujarras handgemachtes Porzellan, traditionell geknüpfte Teppiche oder selbstgemachte Schokolade kaufen. Die Schokoladenmanufaktur ist unbedingt einen Besuch wert. Senf, Pfeffer oder Beeren stecken in kleinen Schokoladetafeln. Weiße, dunkle oder Milchschokolade, es gibt dort fast alles, was das Herz begehrt. Die kleinen Straßen und Gassen Pampaneiras schlängeln sich auf und ab durch das maurische Dorf. Weiß gestrichene Häuser sind auf verschiedenen Ebenen terrassenförmig in den Berg gebaut. Selbst im heißen andalusischen Sommer ist es hier in den Bergen der Alpujarra angenehm und frisch.

Auf der Bergstraße nach oben muss man sich hinter Pampaneira an einer Kreuzung entscheiden ob man Bubion (1.300 Meter) oder Trevelez (knapp 1.500 Meter) weiter fahren möchte. Die Serpentinen schlängeln sich scheinbar endlos in den Berg, oft kann man mit dem Blick nach oben oder unten ein einzelnes Haus im Berg blicken oder schon das nächste Dorf sehen. Bubion ist geprägt von seiner moriskischen Bauweise. Die weißen Häuser sind stufenweise in den Berg gebaut, des einen Hauses Flachdach, ist des anderen Terrasse. In Trevelez dagegen ist alles auf den spanischen Serrano-Schinken ausgerichtet. Überall sind die sogenannten „Saladeros“ und „Secaderos“ zu sehen, also die Hallen, in denen der Schinken mit Salz und Luft getrocknet und konserviert wird. Busseweise reisen die Touristen in dieses kleine Dorf, um den berühmten Schinken zu kaufen, den angeblich sogar Antonio Banderas bis in die USA hinein berühmt gemacht hat. In den Läden von Trevelez sind die Decken und Wände der Geschäfte nur mit Schinken behangen. Für Vegetarier ist dieser Anblick nichts. Auch hier kann man viele schöne und handverzierte Tonvasen, Olivenölkaraffen oder Schalen kaufen.

Unter Fotos könnt ihr euch noch mehr Bilder der spanischen Bergdörfer ansehen.

Mag ich0

Neue Fotogalerie: Spaniens Hauptstadt Madrid

Veröffentlicht am 30.10.2014

Im Spätsommer habe ich mir endlich die spanische Hauptstadt ansehen können. Es hat sich gelohnt. Die vielen schönen Plätze, Museen, Straßen und Bauwerke sind wirklich eine Reise wert. Für alle Städtereisende noch ein Tipp: Niemals solltet ihr im Hochsommer in eine südspanische Stadt reisen. Es brennt euch regelrecht das Hirn raus. Auch vor im Übergang zum Sommer oder im Spätsommer ist es noch ziemlich heiß. Zu dieser Zeit kann man aber am Vormittag oder Nachmittag prima durch Madrid reisen. Zur Mittagszeit rate ich zur Siesta - also Mittagsschlaf.

Unter Fotos könnt ihr euch durch die neue Galerie ansehen.

Mag ich0

Busreisen in Spanien

Veröffentlicht am 10.10.2014

In Spanien geht das Reisen vor allem mit dem Bus. Die Busbahnhöfe sind viel größer und auch weitaus mehr besucht als die Zugbahnhöfe. Wahrscheinlich liegt das an dem relativ wenig ausgebauten Schienennetz. Vergleicht man etwa das deutsche Schienennetz mit dem spanischen und bedenkt, dass Spanien flächenmäßig etwa 1/3 größer als Deutschland ist, erkennt man einen deutlichen Unterschied.

Ein weiterer Grund warum die Spanier vor allem mit dem Bus reisen ist wohl der Preis. Wie in Deutschland ist das Busticket in Spanien viel günstiger als der Zugfahrschein. (Obwohl für deutsche Verhältnisse auch die spanischen Zugtickets sehr günstig erscheinen.) Neben dem Preis spricht auch die Fahrzeit für sich: Mit dem Bus kann der Reisende sein Ziel fast genauso schnell erreichen, wie mit dem Zug. Außerdem gibt es relativ selten Staus. Die Autobahnen sind gut ausgebaut und neu. Da in Spanien 34 Millionen Menschen weniger als bei uns wohnen und das spanische Staatsgebiet auch noch größer ist, kommt es wohl auch deswegen zu weniger Staus.

Die Busse sind zwar ab und zu etwas abgenutzt aber besorgnis-erregende Mängel konnte ich bis jetzt nicht entdecken. Jeder Bus in Spanien hat übrigens eine Klimaanlage und Radio, auch die Nahverkehrsbusse. Verglichen mit den deutschen Fernbussen sind die spanischen Busse wesentlich geräumiger. Es gibt mehr Beinfreiheit und auch die Sitze sind etwas größer. Der Unterschied ist fast so wie wenn man die klitze-kleinen Ryan Air Sitze mit denen von Air Berlin vergleicht. Insgesamt eben mehr Raum, mehr Klasse, weniger anstrengende Mitreisende sowie Pinkelpausen auf längeren Strecken an schönen Autohöfen.

Eine kleine Erwähnung verdienen auch die Mitreisenden. Denn in den Bussen sitzen fast alle Gesellschaftsschichten und Altersklassen. In Deutschland ist das anders. Jeder kann die vor allem sozialen und finanziellen Unterschiede der Fahrgäste in deutschen Bussen sehr gut erkennen. Die gute Durchmischung der Fahrgäste in Spanien dagegen ist wohl auch ein Grund, warum sich alle gut benehmen. Ich bin schon oft mit dem Bus durch Spanien gereist und hatte noch nie seltsame Begegnungen.

Bei meinem letzten Spanienbesuch bin ich auf einen sogenannten "Premium-Bus" aufmerksam geworden. Auf der Strecke Granada-Madrid (etwa 420km) kostete das Premium-Ticket 30 Euro, das normale Ticket hätte 18 Euro gekostet. Für Deutsche Bahn gewöhnte Menschen immer noch sehr günstig. Und im Bus dann ein wahnwitziger Service: Riesige Sitze, nur drei in einer Reihe, statt der normalen vier, einen Bildschirm im Sitz des Vordermanns mit Internetanschluss, vielen kostenlosen Hollywood-Blockbustern zur Auswahl, kostenlose Kopfhörer, verschiedene Radiosender, drei kostenlose Zeitungen zur Auswahl, ein kleines Frühstück (ein Stückchen Kuchen, ein Milchbrötchen, zwei Päckchen Kekse, einen Joghurt, Butter, Marmelade inklusive), zwei Freigetränke (eine echte Espressomaschine und ein Wasserkocher lassen fast keine Wünsche offen) sowie im letzten Drittel der Fahrt einen kleinen salzigen Snack!!! Habe ich schon erwähnt, dass es eine sehr nette und zuvorkommende Busbegleiterin gab?!

Eine Warnung muss ich jedoch allen Busreisenden oder besser überhaupt Spanienreisenden mitgeben: Achtet immer gut auf eure Sachen. Egal ob Gepäck, Handys, Geldbeutel oder sonst was - in Spanien wird alles geklaut, was nicht fest ist. Einer Freundin von mir ist ein kompletter Reiserucksack aus dem Bus gestohlen worden. Handys, Geldbeutel, Pässe und Wohungseinbrüche kenne ich von Erzählungen aus erster Hand. Es ist demnach kein Busreiseproblem sondern ein generelles Problem - kein Grund also, nicht den Bus zu nehmen, wohl aber immer achtsam zu sein.

Auf www.alsa.es könnte eure nächste Reise beginnen.

Mag ich0

Die kleinen Unterschiede

Veröffentlicht am 02.10.2014

Es sind die kleinen Unterschiede zwischen den Ländern, die es spannend machen. Das sagt auch John Travolta im Film Pulp Fiction über Europa und den USA. So gibt es in Spanien zum Beispiel keine Namen an den Klingeln. Wenn man jemanden in einem Mehrfamilienhaus besuchen möchte, muss man sich vorher so eine Art Code sagen lassen: 3F zum Beispiel. Sonst steht man ziemlich ratlos vor der Haustür. In Zeiten von Handy und Internet ist das nicht ganz so schlimm, man kann ja noch mal schnell anrufen oder nachsehen. Doch ich habe mir erzählen lassen, dass es früher manchmal vorgekommen ist, dass ein Besucher den Code vergessen hatte und ihm nichts anderes übrig blieb, als die Klingeln durchzuprobieren.

Eine andere Sache ist das Parken. Viele Deutsche kennen die Gerüchte, in Spanien (und wohl auch in Frankreich) darf man angeblich die Handbremse nicht anziehen, damit Vorder- und Hintermann keine Probleme beim Parken haben. Die Handbremse habe ich immer angezogen, es gibt ja auch Berge in Spanien, doch das Parken ist tatsächlich ein bisschen so wie Autoscooter. Beim ein- und ausparken ist es absolut üblich einmal - rums - den Vordermann und ein zweites Mal - rums - auch den Hintermann zu touchieren. Schaut man sich die Autos in Spanien an, so sieht man wirklich an fast jedem Auto "Parkspuren". Ich war mit einem sehr alten und kleinen Fiat Panda unterwegs und habe mit eigenen Augen gesehen, wie ein sehr neuer Seat den kleinen Panda beim Ausparken gerammt hat. Dabei war es wohl auch gar nicht so wichtig, dass vor und hinter dem neuwertigen Seat genug Platz war. Ich schätze es ist einfach leichter und bequemer nach Gehör oder besser nach "Gefühl" ein- und auszuparken. Später habe ich es auch so gemacht - manchmal schon aus Not. Denn der Abstand nach vorn und hinten war manchmal so minimal, dass es ohne Rammen nicht ging. Anscheinend ist den Spaniern das Auto ein Gebrauchsgegenstand und nicht das liebste Kind. ;-)

Mag ich0

Neue Fotogalerie: Melatenfriedhof Köln

Veröffentlicht am 29.08.2014

Friedhöfe sind meist Orte die man gerne meidet. Sie sind irgendwie unheimlich und man vermutet, dass dort sehr traurige Menschen einsam ihre Verstorbenen besuchen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Viele Friedhöfe haben wunderschöne Grabmäler, kunstvoll verzierte Beete und sind Orte der Ruhe, des Friedens und der unausgesprochenen Gedanken. Auf manch einem kann sogar der ein oder andere Promi entdeckt werden.

Aus diesem Grund habe ich den Melatenfriedhof in Köln besucht und euch einige Fotos mitgebracht. Klickt euch hier einfach durch die Galerie und seht selbst, was für ein interessanter und friedlicher Ort ein Friedhof sein kann.

Mag ich0

Pimiento Asado - Spanischer Paprikasalat

Veröffentlicht am 11.05.2014

Zutaten:

4 große rote Paprika
1 mittlere oder kleine Zwiebel
1 kleine Dose Thunfisch
1 gekochtes Ei
Olivenöl, Essig, Salz, Pfeffer für die Marinade



Zubereitung:

Paprika waschen und in einen großen Topf mit Deckel und Olivenöl geben. Dann so lange braten und wenden bis die Paprika von allen Seiten zusammengefallen und schrumpelig sind. Der Deckel ist sehr wichtig für die Aufräumarbeiten nach dem Kochen, denn die Paprika enhalten sehr viel Wasser und spritzen ohne Deckel alles mit dem Bratfett voll. Wer will kann die Paprika auch einfach in den Backofen geben und dort garen. Doch ich finde sie im Topf gebraten viel besser, weil sie dann eine leichte Bratnote im Geschmack haben. Den Bratensaft nach dem Garen nicht wegwerfen, ihn kann man je nach Bedarf später als Marinade in den Salat geben.

←  vorher






          nachher  →

Jetzt die Paprika erkalten lassen und anschließend schälen. Das ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, da die Paprika ziemlich labrig durch die Finger gleiten, doch nach spätestens der zweiten funktioniert es besser. Die Paprika verzeiht einem auch, dass man beim wenden vielleicht nicht ganz so aufmerksam war, denn auch die verbrannten Stellen lassen sich mit der Paprikaschale problemlos entfernen. Ist die Paprika geschält, schneidet man sie nach belieben in kleinere Stücke.

←  vorher






          nachher  →

Der Rest ist einfach: Die Zwiebel halbieren, in Streifen schneiden und zusammen mit den klein geschnittenen Paprika und dem Thunfisch in einer Salatschüssel vermengen. Jetzt noch etwas Essig, Öl, Salz und Pfeffer dazu, bei Bedarf noch ein wenig von der Bratensoße und zuletzt das hart gekochte Ei als Deko auf den Salat - fertig!

Mag ich0

Hackerkongresse sind nur für Spezialisten?

Ein Besuch auf dem CCC zeigt das Gegenteil

Veröffentlicht am 17.01.2014

30C3 - so fängt der Nerdkram schon an! Diese Zahlen-Ziffer-Kombination steht für den 30. Chaos Communications Congress und ich war dort. Mit viel Mut im Gepäck bin nach Hamburg gereist, um den berühmten Hacker-Kongress zu besuchen. Ich selbst bin weder Hacker noch Informatiker und ziehe im Glauben los einen Kongress zu besuchen, auf dem ich nicht viel verstehen werde. Alle Nerd- und Computerfreak-Klischees im Quadrat - zurückgezogene blasse Menschen in dunkler Kleidung, die Zahlen lieben und nur mit Computer sprechen können - so stelle ich mir die nächsten Tage vor. Doch es kam anders. Ein Erfahrungsbericht.

Wer sich für den CCC ein Ticket kauft, gleich ob online oder an der Kasse, dem fällt auf - hier sind digitale Profis am Werk, die meine Daten achten. Ich denke an früher, als paranoide Computerfreaks vor den bösen und unbekannten Mächten warnten, die unser Leben überwachen wollten. Damals hat kaum einer mehr als ein bemitleidendes Lächeln für diese seltsamen Menschen hervorgebracht. Doch jetzt, im Zeitalter nach Snowden, fühlt sich das anders an. Ohne dass jemand weiß wer ich bin, trete ich also ein, in die deutsche Hackerwelt.

Als erstes schaue ich mir die Menschen an. Ein deutlicher Männerüberschuss. Weniger lange Haare- und Karohemdträger als gedacht. Aber, und da sieht man dann doch wieder so ein Klischee, viele trinken Club-Mate und essen ungesundes Fastfood. Als ich noch tiefer in die Kongressräume eindringe, bin ich von der geballten Hackerwelt wie geflasht. In einem riesigen Raum sitzen die Nerds an langen Tischreihen. Viele sind mit Kabeln untereinander verbunden, einige löten Dinge zusammen. Es ist dunkel in diesem Raum. Genau wie in der Nacht oder im Keller, denke ich. In einem solchen Raum fühlen sie sich wohl.

Aber es leuchtet auch in diesem riesigen Raum. Es blinken Kabel und Lichtinstallationen in rot, gelb und grün. Es rattern Tafeln, die Botschaften überbringen, indem viele kleine Quadrate entweder auf schwarz oder weiß umschalten. Es summen, vibrieren und zoomen 3D-Drucker, die langsam kleine Kunststoffskulpturen entstehen lassen. Jeder Mensch in diesem Raum scheint irgendwie beschäftigt zu sein. Sie löten, schrauben und hacken auf die Tasten ihrer Computer oder Maschinen. Auf mich wirken sie so, als ob sie schon immer hier waren und nie irgendwo anders hingehören würden. Kaum jemand redet. Alle scheinen in ihre Arbeit vertieft zu sein. Es wirkt wie eine Welt, ganz geschaffen für Nerds, wo sie kreativ und ganz sie selbst sein können.

Völlig fasziniert von diesem Hackeruniversum laufe ich weiter. Mir wird klar, dass ich mich niemals trauen würde, ein elektronisches Gerät mit hierherzubringen. Diese Menschen sind mir so unendlich krass überlegen, was das Verständnis elektronischer Geräte angeht, dass ich ein bisschen Angst habe, was sie damit anstellen könnten. Aber ich empfinde auch Respekt und Ehrfurcht vor diesem Wissen. Viele von ihnen haben sich dieses Wissen selbst beigebracht, ohne lange Lehrgänge oder Seminare. Allein ihr Spieltrieb sowie der Wunsch das Gerät zu verstehen und zu beherrschen sind ihnen Antrieb genug, so lasse ich es mir erklären. Es ist bewundernswert.

Nun komme ich an eine Stelle die Retro heißt. Mir wird sofort wieder warm ums Herz. Alte Gamingkonsolen. Hier kann man alte Spiele auf einem alten Nintendo spielen, zum Beispiel Super Mario. Doch ganz ohne einen nerdigen Hauch geht auch das nicht. Um Super Mario spielen zu können braucht man zwei Spieler, denn die Tasten fürs Springen und Laufen sind für einen Spieler zu riesig. Zum ersten Mal fallen mir die zahlreichen kleineren Kinder auf, die an der Retro-Station ihre wahre Freude haben. Ich bin verwundert, denn nicht nur bei den Retro-Konsolen tummelt sich der Nerdnachwuch. Beim genaueren Hinsehen fällt mir das kinderfreundliche Ambiente dieser Messe auf, dass so gar nicht in meine Nerdklischeewelt passt. Es gibt einen Plastikball-Pool wie bei McDonalds, an einer anderen Stelle gibt es Kinderfilme zu sehen und sogar in den Vorträgen träumen die Kleinsten in ihren Kinderwagen während die Referenten auf dem Podium alles geben. Selbst der immer wieder aufbrausende Applaus des Publikums stört die Hackerkids bei ihrem Schlaf überhaupt nicht. Kein einziges von den zahlreichen Kindern quengelt, nervt oder stört. Sie alle scheinen tiefenentspannt zu sein und Spaß zu haben. Sind Hacker die besseren Eltern?

Nachdem ich das Messegelände ausgiebig erkundet habe, gehe ich zu meinem ersten Vortrag. Katastrophe! Vielleicht liegt es daran, dass ich nach einer langen Reise und einer kurzen Nacht total übermüdet bin oder weil der Vortrag in Englisch gehalten wird und das Thema kompliziert ist? Fakt ist, ich verstehe kein Wort. Ich sitze da und frage mich, was ich die nächsten Tage in Hamburg noch so unternehmen könnte. Alle paar Minuten kommt eine neue Folie, beschrieben mit so vielen Wörtern, dazu noch öfters Schaltkreisbilder oder mathematische Formeln. Nein, denke ich, hier habe ich nichts verloren. Dieser Kongress ist doch nur für IT-Spezialisten.

Einen Tag später und viel gutem Zureden eines Informatikers - er beteuert, dass der gestrige Vortrag total durcheinander geworfen war und auch er nicht alles verstanden hatte - erkläre ich mich bereit einen zweiten Versuch zu wagen. Und siehe da, ich bin begeistert. Ein Student aus Wien erzählt für jedermann verständlich, wie er es mit wenig Geld schaffte ein digitales Schlüsselsystem zu hacken, dass der Vertreiber als unglaublich sicher und teuer verkaufte. Um das Schlüsselsystem zu hacken, hatte dieser Student unglaublich kreative Ideen entwickelt, die mich völlig ungläubig und gleichzeitig fasziniert zurück ließen. Der lustige Vortragsstil und die im feinsten Wiener Dialekt vorgetragenen Eigennamen sorgten immer wieder für Lacher und Applaus.

Auch die nächsten Vorträge, übrigens fast alle in Englisch, kann ich wunderbar verstehen und genießen. Einmal haben tschechische Hacker den SMS-Verkehr ihres Parlaments gehackt. Sie schickten den Abgeordneten gefälschte SMS, in denen sie sie aufforderten doch bitte endlich vernünftige Politik zu betreiben und sich auch insgesamt ein wenig zu bessern. Andere Vorträge gingen um die gescheiterte digitale Revolution in Schulen oder um die NSA und ihre Spionagetätigkeit. Bis auf kleinere Episoden technischer Erklärungen bleibe ich rundum gut unterhalten. Wären nur die Hälfte der Referate in der Uni so gut gewesen, ich hätte die Uni geliebt.

Was also bleibt vom 30C3 ist die Erkenntnis, dass dieser Kongress nicht nur sehr informativ ist, sondern auch wunderbar unterhaltsam und lehrreich. Übrigens kann sich jeder selbst davon überzeugen und den ein oder anderen Vortrag anschauen. Alle Vorträge wurden während des Kongresses ins Internet gestreamt und sind auch jetzt noch unter diesem Link für jedermann frei verfügbar. Man muss sich nur trauen. :-)

PS. Falls ihr euch wundert, dass auf den Fotos keine Menschen zu sehen sind, dafür gibt es einen einfachen Grund: Hacker lassen sich nicht gerne fotografieren. Sie sind eben ein wenig paranoid. ;-)

Mag ich0











Weihnachten, Silvester und die Heiligen Drei Könige in Andalusien

Veröffentlicht am 25.12.2013

Es leuchtet im Süden. Nicht nur die Sonne, sondern auch nachts die Straßen. In der Vorweihnachtszeit, die in Andalusien bis zum 6. Januar geht, leuchten die Straßen und Wege vor allem in blau und weiß. Sterne, Kugeln, Leuchtketten, Tropfen und Sternschnuppen schmücken die Stadt in einem anderen Licht. Tannen oder Weihnachtsbäume sucht man fast vergeblich. Statt dessen gibt es Laubbäume, die mit weißen Lichterketten behangen sind. Über vielen Straßen und Fußgängerwegen hängen leuchtende Figuren und es erstrahlen künstliche Bäume in blau und weiß.


Marktstände bieten liebevoll gearbeitete Figuren für Weihnachtskrippen feil. Vom Esel bis zu den Heiligen Drei Königen über Ställe und dem Jesuskind bekommt man alles. Außerdem kann man in der Stadt ausgestellte Weihnachtskrippen ansehen und sich Ideen für die Krippe daheim abschauen. An den Marktständen gibt es auch Schmuck, Taschen oder hangearbeitetes Porzellan, doch gibt es außer heissen Kastanien nichts anderes zum Essen oder Trinken. Gefühlt haben diese spanischen Marktstände mit einem deutschen Weihnachtsmarkt nur sehr wenig gemein. Was Glühwein, Waffeln, Bratwürste, rot-weißer Weihnachtsschmuck und Tannen so alles ausmachen können.

Das tolle an der Vorweihnachtszeit sind die vielen spanischen Leckereien, die, wie bei uns Lebkuchen, nur in dieser Zeit zu kaufen sind. Pulverones, Mantecados, Alfajores, Mazapánes sind die berühmtesten Leckereien. All diese süßen Gebäckstücke sind wie Bonbons einzeln eingepackt und fast jedes Dorf oder kleinere Region hat seine eigene spezielle Leckerei. So gibt es zum Beispiel kleine Marzipanzylinder - sie heissen Longroñesa - aus dem Dorf Montoro. Oft haben diese Süßigkeiten eine lange Tradition, einen eigenen Namen und einige werden sogar von Nonnen hergestellt. Jede dieser Süßigkeiten wird anders hergestellt. Polverones zum Beispiel, werden im Mund zu Pulver, deswegen der Name. Die berühmteste Süßigkeit ist jedoch Turron. Turron ist meist so groß wie eine Tafel Schokolade und besteht hauptsächlich aus Mandeln, Honig und Zucker. Mittlerweile gibt es aber auch Turron blando, es besteht aus gemahlenen Mandeln und ist weicher, Turron mit Schokolade, Turron mit Orangen und vieles mehr. Mir schmeckt der runde Turron am besten, denn er ist nicht so dick und hart, so dass man ihn viel leichter brechen und essen kann.


Zum spanischen Weihnachten gehört auch unbedingt el Gordo, die große Weihnachtslotterie. Fast jeder Spanier kauft sich ein paar Lose und hofft am 22. Dezember, dass er el Gordo, den dicken Preis, gewinnt. Wenn man spät dran ist, um seine Lose zu kaufen, muß man in langen Schlangen vor den Lotterieständen anstehen, um so ein Los zu bekommen. Ein ganzes Los kostet über Hundert Euro, weswegen die Lose in Zehntel-Losen verkauft werden. Dann am 22. Dezember geht es schon am Vormittag los. Kinder ziehen Hunderte von Preisen und singen die Losnummer und den jeweiligen Gewinn im Fernsehen vor. Ja, sie singen die Zahlen! Dieser monotone Zahlen-Singsang ist auf Dauer schrecklich und ich denke, dass dies nur Spanier aushalten können. Nach der Ziehung kommt im Fernsehen, wo die Preise gezogen wurden und wer sie gewonnen hat. Die glücklichen Gewinner tummeln sich dann vor dem Lotterieverkaufsstand und trinken Sekt. Da die Lose in Hundertstel-Losen verkauft werden, kommt es oft vor, dass ein ganzes Dorf mit einem Schlag reich wird.


Am 24. Dezember, Nochebuena also die schöne Nacht genannt, gibt es außer einem besonders reichem Abendessen mit der ganzen Familie nichts weiter. Wie immer in Spanien, wird auch dieses Abendessen um neun Uhr in der Nacht gegessen. In Andalusien werden an diesem Abend meist viele verschiedene Meeresfrüchte, auf spanisch Marisco genannt, gegessen. Als Besonderheit und Delikatesse werden Krebsbeine gegessen, oft gibt es noch Garnelen, verschiedene Muscheln und Schnecken oder einen großen Tintenfisch (Pulpo). Einige essen aber auch Truthan oder Ente. Am 25. ist ein weiterer Feiertag, doch am 26. wird wieder gearbeitet.

Silvester wird in Spanien Nochevieja genannt, wörtlich übersetzt die alte Nacht. Auch an diesem Abend gibt es ein reiches Essen, an dem Ähnliches wie an Weihnachten gegessen wird. Diese Nacht ist bis Mitternacht ein Familienfest. Um zwölf Uhr nachts ist es Tradition zu jedem Glockenschlag eine Traube zu essen. Schafft man alle zwölf Trauben mit dem jeweiligen Glockenschlag zu essen, bringt es Glück und Erfolg fürs nächste Jahr. Und glaubt mir, es hört sich einfacher an als es ist diese zwölf Trauben runterzuschlingen. Nach der Traubenaktion stößt man mit Sekt aufs neue Jahr an. Und danach geht es für die jungen Leute erst richtig los. Sie ziehen in die Stadt in Bars, Kneipen, Hotels, eben dahin, wo Partys steigen. Erst um zwei oder drei Uhr nachts füllen sich diese Partys erst richtig. Zu diesen Partys ziehen sich die jungen Leute gradezu luxuriös an. Oft tragen die Männer Anzug und die Frauen Abendgarderobe. Nach der Party, also um sieben oder acht Uhr am Morgen, essen viele auf dem Weg nach Hause noch ein paar Churros mit heißer Schokolade. Dann geht es ab ins Bett.

Der Vorabend zum heiligen Dreikönigstag, also die Nacht zum 6. Januar ist vor allem für die Kinder noch einmal eine besondere Nacht. An diesem Abend gibt es Umzüge in der Stadt, an dem wie beim Karneval die verkleideten Heiligen Drei Könige Schokolade und Süßigkeiten vom Umzugswagen den Kindern zuwerfen. In der Nacht kommen dann die Heiligen Drei Könige und bringen die Geschenke. Am nächsten Morgen stehen die Kinder früh auf, um zu sehen, was die Heiligen Drei Könige ihnen gebracht haben.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014! Und auch auf spanisch: Feliz navidad y prospero ano nuevo!

Mag ich0

Neu - Hausarbeiten und Likes

Veröffentlicht am 19.12.2013

Wieder einmal gibt es Neues auf meinem Blog. Wenn euch ein Artikel gefällt, könnt ihr auf den orangenen Button unter den jeweiligen Einträgen klicken. Diese Neuerung gibt es, da anscheinend keiner von euch Lust hatte den Facebook-Like zu aktivieren. Kann ich verstehen, ich benutze ihn auf externen Seiten auch nicht, denn dadurch wird man im Internet getrackt (elektronisch verfolgt).

Eine zweite Neuerung ist oben der Reiter Geschichte. Ich habe mich entschieden alle meine Haus- und Abschlussarbeiten hier zu veröffentlichen. Sie haben mich eine Menge Arbeit gekostet und würden andernfalls niemandem mehr nutzen. Vor allem Erstis und nicht so begnadete Schreiber können so einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeitsweise des Historischen Instituts der Uni Bonn erhalten. Oder ihr könnt sie als Vergleich nutzen, um zu sehen, was die Kommilitonen so machen. Ich jedenfalls hätte mir solche Beispiele vor allem am Anfang meines Studiums aber auch später gewünscht. Die Noten meiner Arbeiten liegen im Durchschnitt bei 2,0. Dies nur, damit ihr die Arbeiten besser einschätzen könnt.

Mag ich0

Digitaler Fortschritt = Niedergang der Gesellschaft?

Veröffentlicht am 16.11.2013

Das Silicon Valley ist böse. Das ist mehr oder weniger die Quintessenz des Zeit-Artikels von Maximilian Probst und Kilian Troitier „Das Netz erstickt den Idealismus“. Die Autoren sind keine Nahpensionäre, die angesichts des rasanten technischen Fortschritts kapitulieren, sondern junge Männer in den 30ern. Seltsam, dass das keinen Unterschied zu machen scheint.

Probst und Troitier machen die Achse des Bösen mit Hilfe einiger Schwarzseher-Experten im Silicon Valley aus. Facebook, Google, Twitter und Apple - sie sind nach Meinung der Autoren und einiger Intellektueller mit dem Teufel im Bunde. Besonders Nutzer von Facebook werden durch ihr freizügiges Herausgeben von Fotos zu Verlierern (ihres Urheberrechts). Andere Facebook-Nutzer, die diese Fotos ansehen können, haben von den „geschenkten Fotos“ keinen finanziellen Vorteil - ein Skandal! Das Unternehmen ist der große Profiteur.

Die Zeit-Autoren und ihre Intellektuellen nennen weiter explizite Beispiele für die Boshaftigkeit des Silicon Valley und der dort ansässigen Unternehmen: So hat Kodak von ihren einst 140.000 Angestellten nur noch 13 übrig. Schuld daran sei die „expandierende Digitalisierung“. Eine Online-Firma wie etwa Airbnb, die private Unterkünfte auf einer Internetseite vermittelt, nimmt den Hoteliers die Kunden weg. Oder Taskrabbit, sie vermittelt übers Netz kleinere Hilfsarbeiten und trägt die Schuld an einer „neuen Kaste von Hilfsarbeitern“ und der Kapitalisierung der Nachbarschaftshilfe.

Am Ende des Artikels malen die Autoren die Zukunft als ein finsteres Armageddon aus: Das Netz dient dem Marktradikalismus, private Firmen beuten den gemeinschaftlichen Reichtum aus, die Internetdienste treiben uns in eine immer größere Abhängigkeit und am Ende zersetzen sie unsere mitmenschliche Gesellschaft mit dem Wettbewerbsgedanken. Das Ende ist nah.

Wenn es nicht nicht so traurig wäre, ich müsste fast lachen über so viel Schwarzseherei und Unkenntnis oder Angst. Für mich wirkt die Argumentation der Zeit-Autoren völlig einseitig und ahnungslos. Facebook, Google und Apple haben zwar tatsächlich einige fragwürdige Geschäftspraktiken, doch gleich den Untergang des Abendlandes heraufzubeschwören wirkt doch etwas übertrieben.

Doch der Reihe nach. Schauen wir uns einmal einige der Behauptungen genauer an:

1. Das Silicon Valley und ihre Ideologie sind sehr böse

DAS Silicon Valley? Ideologie? Wie kommen die Autoren nur darauf eine Ideologie zu konstruieren, wo keine ist? Niemand, der ein bisschen nachdenkt, wird darauf kommen, dass die im Silicon Valley ansässigen Unternehmen - es sind sehr viele und sehr unterschiedliche - einer gemeinsamen Ideologie anhängen.
Gemeinschaftliches Gut kapitalisieren, was von den Autoren als Teil dieser besonders bösen Ideologie beklagt wird, klappt zum Beispiel bei keinem Unternehmen, das Hardware produziert. Apple, HP, Intel usw. können beim Verkauf von materiellen Dingen, wie Smartphones, Druckern und Chips wohl kaum ein gemeinschaftliches Gut ausbeuten.
Softwareunternehmen, die ihre Nutzer theoretisch ausnehmen könnten, machen manchmal sogar genau das Gegenteil. Sie bieten einige ihre Dienste kostenlos an: Adobe Reader, Virenschutzprogramme (Symantec), E-Maildienste (Yahoo) und Suchmaschinen (Google, Yahoo).

2.1 Durch den digitalen Fortschritt gehen viele Jobs verloren

Ja, das ist wohl so. Und es ist wirklich immer tragisch, denn an jedem einzelnen Job hängt ein Mensch. Doch es scheit mit dem technischen Fortschritt unvermeidlich. Wer trauert den Schreibmaschinenherstellern hinterher, wer weiß wie viel Telefonzellenproduzenten und -Lieferanten noch immer nach einem Job suchen. Aber wollen wir diese Zeiten wirklich zurück? Die Welt entwickelt sich permanent, dies lässt sich nicht aufhalten.
Abgesehen davon schaffen neue Technologien unzählige Jobs. Das Ding ist, im richtigen Augenblick die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wenn es abzusehen ist, dass eine neue Technologie eine alte ablösen könnte, sollte man handeln. In Schockstarre ausharren und zaudern bis der Untergang kaum mehr abzuwenden ist, scheint keine gute Strategie zu sein.

Und weil die Autoren es mehrmals und explizit erwähnen:

2.2. „Die Digitalisierung“ bewirkt den Abbau von Mittelklassejobs, womit der Untergang der Gesellschaft naht

Ha, ha! Bald wird Paris Hilton am Hungertuch nagen, weil ein dreistes Online-Unternehmen private Unterkünfte vermittelt, Automobilkonzerne werden durch das Teilen von Autos in den Bankrott getrieben und die Post wird schon bald abgewickelt, weil immer mehr E-Mails verschickt werden. Mitnichten. Viele dieser Unternehmen haben den Wandel erkannt und rechtzeitig gehandelt. Es scheint also nicht unmöglich mit dem Fortschritt zu gehen.
Außerdem können sich die Autoren sicher sein, dass schon bald neue Menschen in den „Stand“ der Mittelklasse aufsteigen werden, die wirklich was drauf haben. Oder fürchten die Autoren gerade das?

3. Der private Nutzer ist der Verlierer, die Unternehmen die Gewinner

OK, könnte so gesehen werden. Aber erstens unterscheidet sich das nicht großartig von anderen "Bad Companys" und Wirtschaftssektoren, wie zum Beispiel Textil (Billigproduktion in Indien, Chemikalien in der Kleidung) oder Lebensmittel (Massenproduktion, fragwürdige Zusatzstoffe, Gammelfleisch). Und zweitens gibt es im Silicon Valley auch Unternehmen, die dem Nutzer kostenlose Dienste anbieten. Ich kann zum Beispiel kostenlos E-Maildienste nutzen, mich bei Online-Lexika informieren, mir Wörter oder Texte übersetzen lassen, auf Sozialen Netzwerken mit meinen Freunden und Bekannten in Kontakt bleiben, meinen PC vor Viren schützen, Onlinegames spielen und vieles mehr. Ich habe außer für Promo-Zwecke noch nie davon gehört, das Kleidung, Lebensmittel oder Medikamente einfach so verschenkt wurden.
Zudem lassen einige digitalen Gewinner andere Menschen an ihrem Reichtum Teil haben. Hasso Plattner (SAP) hat eine kostenlose Online-Uni eingerichtet und fördert die Wissenschaft in Deutschland wie kaum ein anderer. Peter Norton, Softwareentwickler und Unternehmer, hat mit seinen Millionen eine Stiftung gegründet und fördert Kunst-Schulen, Museen und soziale Projekte. Vermutlich gibt es noch weitere Beispiele, man müsste sie einfach recherchieren.

4. Das Silicon Valley ist eine einzige Erfolgsstory

Auch in diesem Punkt haben die Autoren anscheinend wenig Wert auf eine differenzierte Recherche gelegt. Wie viele unzählige Startups es nicht geschafft haben und wie viel Risikokapitalgeber ihr Geld für immer verloren haben, davon haben die Autoren anscheinend noch nie etwas gehört. Allein in diesem Jahr in Deutschland waren es laut golem.de eine ganze Menge. Lesen die Autoren dort nach, werden sie in etwa eine Ahnung bekommen, wie viel mehr gescheiterte Startups es in den USA sein müssen.

5. Die Mitmenschlichkeit und Nachbarschaftshilfe gehen durch die Kapitalisierung der Gemeinschaftsräume flöten

In welcher Welt leben diese Autoren? Wissen sie was Mitmenschlichkeit und Nachbarschaftshilfe überhaupt ist? Oder schreiben sie von Etwas, von dem sie nur einmal entfernt gehört haben? Glauben die Autoren ernsthaft, dass eine Person, fremde, fraglich begabte „Handwerker“ ins Haus holt und bezahlt, obwohl sie Bekannte oder Freunde hat, die das gleiche kostenlos oder für ein Bier und eine Pizza machen?
Außerdem scheinen die Hilfeanfragen in Foren, auf Facebook und sonstigen Plattformen den Autoren auch nicht in den Sinn gekommen zu sein. Da helfen sich Menschen gegenseitig mit Informationen und Tipps, die einander überhaupt nicht kennen. Und was ist mit Wikipedia? Ist das nicht auch eine Form von zumindest Gemeinnützigkeit? Da schreiben und Spenden Millionen von Menschen für ein Gesamtkunstwerk von epischer Größe.

Fazit

Das eigentliche Problem der Zeitautoren und ihrer Intellektueller scheint ein anderes zu sein: Die Angst vor dem Untergang der alten Elite. Es ist verständlich aber auch jämmerlich. Letzteres vor allem deswegen, weil der Artikel populistisch, konstruiert, einseitig und fehlerhaft erscheint.
Ich gebe den Autoren in der Hinsicht recht, dass einige Geschäftspraktiken von Internetfirmen absolut verwerflich sind, gegen manche sollten wir sogar Gesetzte erlassen. Das unterscheidet "das Sillicon Valley" aber nicht von anderen Firmen, die genauso verwerflich handeln. Einige Sachen auf dieser Welt sind nicht in Ordnung, kämpfen wir dagegen.
Der Grund für eine gewisse Technik- oder Internetskepsis scheint die rasante Entwicklung der digitalen Welt zu sein. Es ist gar nicht lange her, da haben wir noch auf der Schreibmaschine geschrieben und nur zu Hause telefoniert. Das macht Vielen Angst. Und oft wird Angst durch Unkenntnis begründet und Existenzangst durch Ratlosigkeit. Doch Angst, so sagte eine Freundin immer, ist kein guter Berater. Verstehen, erlernen, ergründen und mitgestalten, hören sich dagegen für mich besser an.

Mag ich0

Wandern in Monachil

Veröffentlicht am 08.10.2013

Nur wenige Kilometer von Granada entfernt, gibt es das kleine Dorf Monachil, wo man wunderbar Wandern und Klettern kann. Ich habe einen der Wanderwege ausprobiert und war begeistert: Die Ruta de los Cahorros führt durch Schluchten, über Hängebrücken und verwunschene Hohlwege am Fluss Monachil entlang. Ich habe ein paar Fotos vom Weg unter Fotos eingestellt.

Wenn ihr auch Lust bekommen habt, beim nächsten Granada-Besuch einen Abstecher nach Monachil zu machen, hier die Wegbeschreibung: Mit dem Auto fahrt ihr in Granada durch den Stadtteil Zaidin in Richtung Monachil. Nach acht Kilometern erreicht ihr das Dorf Monachil. Dort müsst ihr euch durch kleine Gassen und Strässchen schlängeln und zur Bar El Puntarron fahren. Dort gibt es viele Parkplätze und dort beginnen auch die Wanderwege.

Mit dem Bus könnt ihr auch nach Monachil fahren. Doch Vorsicht, es gibt auch ein Stadtteil Monachil, ihr müsst also aufpassen, dass ihr den richtigen Bus erwischt.
Hier der Google Maps Link zum nachschauen: El Puntarron, Monachil

Mag ich0

Tschuldigung - das nervt jetzt wirklich!

Veröffentlicht am 27.09.2013

Letztens war ich in Spanien und da ist mir etwas begegnet, von dem ich vorher nur gehört habe - Internetsucht! Esmeralda*, Rentnerin aus Andalusien, hat es erwischt. Eigentlich ist sie eine ganz lustige Person. Sie sagt immer mal wieder absurde und deswegen witzige Sachen. Und obwohl sie manchmal etwas nervtötend ist, wenn sie ein Katzenbaby sooooo süüüüß findet, war sie insgesamt voll in Ordnung.

Doch jetzt ist das irgendwie anders. Esmeraldas Handy, ein Smartphone mit dem neuesten Schnickschnack, gibt immer wieder Laute von sich. Es klingelt, piepst und pfeift immer und immer wieder. Einmal, wir haben gerade zu viert Karten gespielt, piepst ihr Handy wieder einmal. Esmeralda steht auf, legt die Karten weg, geht zum Handy, liest die Nachricht und antwortet in aller Seelenruhe. Wir anderen drei Kartenspieler schauen ganz verdattert und wundern uns, dass sie uns, die wir hier zusammen an einem Tisch sitzen, einfach links liegen lässt. Die handybedingte Kartenspielpause dauert länger als die Geduld eines der Kartenspieler: Rafa* wirft die Karten auf den Tisch, geht in den Garten und gießt wütend die Blumen. Jetzt sind wir nur noch zwei am Tisch und wundern uns. Als Esmeralda sich dann wieder an den Tisch setzt, wundert auch sie sich. Wo denn Rafa wäre und ob er denn nicht mehr spielen wolle, fragt sie. Wir sagen ihr, dass er wohl keine Lust hätte, alle zehn Minuten eine Spielpause einlegen zu müssen, weil sie ihre Handygeschäfte erledigt. Esmeralda reagiert mit - unverständnis!

Ich könnte noch weitere Geschichten von Esmeralda erzählen, wie zum Beispiel, dass sie heimlich auf der Toilette weiter Nachrichten checkt und beantwortet nachdem wir ihr gesagt hatten, dass wir ihr Handy-Verhalten blöd finden. Oder davon, dass sie die halbe Nacht mit fremden Menschen schreibt, die auf ihrem Facebook-Profil verblüffende Ähnlichkeiten mit Schauspielern haben. Darauf angesprochen, findet sie ihr Verhalten völlig normal und sieht keinerlei Anzeichen einer Smartphone-Internet-Sucht.

Auch unterwegs beobachte ich immer wieder, wie fünf oder sechs Leute an einem Tisch in einem Café oder einer Bar sitzen und kein Mensch etwas sagt. Alle starren nur auf ihre Smartphones. Ich frage mich, wieso sie sich überhaupt treffen. Mich erinnert das an meine Schulzeit. Da saß ich körperlich anwesend im Klassenzimmer, war aber im Gedanken woanders. Aber das hier ist doch anders?! Mit Freunden trifft man sich doch, weil man das will, nicht weil man von der Schulpflicht dazu gezwungen wird?!

Ist dieses Verhalten jetzt normal oder nicht? Ich finde nicht. Ich finde dieses Verhalten schrecklich, inakzeptabel, ignorant und krank. Unhöflich ist es auch - meine alten Lehrer lassen grüßen! Außerdem sehe ich da eindeutige Anzeichen für eine Sucht: Man macht es heimlich, man wird ohne das Suchtmittel zusehends ungehalten und nervös, darauf angesprochen sieht man gar kein Problem und behauptet, dass man jederzeit damit aufhören kann und schafft es dann doch nicht.

Deswegen mache ich da nicht mit! Wenn ich mit jemandem telefoniere und der dann plötzlich abgelenkt scheint, frage ich ihn, ob ich ihn grad störe, ob er lieber weiter chatten, simsen oder lesen möchte. Ist ja kein Ding, wenn das so ist. Aber ich finde, ich bin dann fehl am Platz. Ich wünsche mir von meinem Gegenüber: Aufmerksamkeit!

Ich bin dafür das Handy einfach mal auf lautlos zu stellen und stecken zu lassen, stattdessen Kaffee zu trinken und mit Freunden zu plaudern!

*Esmeralda und Rafa gibt es wirklich, sie heissen aber anders.

Mag ich0

Nürnberger im Blätterteig

Veröffentlicht am 23.08.2013

Wer wenig Zeit hat aber trotzdem lecker und einfach kochen will, der macht Nürnberger im Blätterteig.

Zutaten (für zwei Personen):

8 Nürnberger
1 Päckchen Blätterteig aus der Kühltheke (nicht gefroren)
1 kleine Dose Sauerkraut

Zubereitung:

Die Vorbereitung dauert höchstens zehn Minuten und geht schnell und einfach: Den Blätterteig auseinander rollen und in vier gleiche Rechtecke schneiden. Wie ihr auf dem Bild seht, klappt das nicht immer einwandfrei. :-)


Danach kommt die Füllung. Auf jeden der vier Streifen Blätterteig kommt auf die Mitte erst ein bisschen Sauerkraut und dann zwei Nürnberger. Das Sauerkraut und die Nürnberger können ruhig rechts und links rausstehen. Das sieht im rohen Zustand nicht ganz so verlockend aus aber nach dem Backen wirds besser, versprochen. Jetzt noch ein bisschen Sauerkraut oben auf die Nürnberger und dann den Blätterteig wie ein Rolade zusammen rollen. Ihr müsst euch auch ein bisschen beeilen mit der Vorbereitung, weil der Blätterteig nach einiger Zeit anfängt zu kleben. (Bei der Fotosession für dieses Rezept ist es schon ziemlich klebrig geworden.)

Und das wars schon mit der Vorbereitung. Jetzt ab in den Backofen mit den Nürnbergern. Bei 200 Grad etwa 15-20 Minuten brutzeln lassen. Fertig sind sie, wenn der Blätterteig und die Nürnberger goldbraun werden. Mahlzeit!!!




Mag ich0

Nicht alles mach neu

Veröffentlicht am 19.08.2013

Wie versprochen kommt meine Internetseite jetzt in einem neuen Aussehen daher. Wie ihr schon am neuen Logo und Hintergrund sehen könnt, gibt es jetzt drei Themen für diesen Blog: Digitales, Spanien und Rezepte.

Es ist noch nicht alles fertig - damit ihr aber schon mal ein bisschen eine Ahnung bekommt, wohin das Ganze führt, stelle ich einige Sachen schon jetzt um. Das ist dann fast genau wie bei den Bonner Straßen in den Sommerferien: Überall wird gebaut.

Weil ich noch ein bisschen an der alten Seite hänge, bleibt sie fürs erste erhalten. Ich habe einfach zu viel Zeit und Liebe in den Inhalt und, zusammen mit Flo, in das Aussehen gesteckt. Die Rezepte werden auf jeden Fall erhalten bleiben, egal ob die alte Seite irgendwann verschwindet oder nicht.

Bald kommen auch noch eine Kommentar- und Like-Funktion dazu, denn mit Feedback macht das Ganze doch viel mehr Spaß.

Mag ich0

Relaunch is coming soon

Veröffentlicht am 06.08.2013

Nach einigen Monaten Blog-Abstinenz - ich musste mal schnell meine Abschlussarbeit an der Uni fertig schreiben - kann ich mich wieder meinem Blog widmen. Doch wie das Leben so spielt, verändern sich mit so einem Uni-Abschluss auch die Lebensumstände und somit wird sich auch der Blog verändern.

Mein ursprüngliches Ziel über mein Erasmussemester in Spanien zu schreiben, hat sich aus historischen Gründen erledigt. ;-) Also müssen neue Ziele her, damit der Blog weiter gedeihen kann. So werden zum Beispiel neue Rubriken entstehen, die den Blog thematisch tragen. Ein paar alte Rubriken, wie die Rezepte oder Fotos, bleiben natürlich bestehen. Auch Spanien wird ein Thema bleiben, denn die spanische Kultur, Sprache und Tradition birgt noch viele spannende Geschichten, die es zu entdecken gilt.

Am Ende müsst ihr dann nur noch entscheiden, ob euch der Blog noch interessiert oder ob ihr euch jetzt eine neue Web-Lektüre suchen müsst. Dann bis bald und weiterhin viel Spaß beim Lesen und entdecken.

Mag ich0